Ein Guideline Update, vorgestellt beim ESC-Kongress, bringt neue Impulse für das Management von Dyslipidämien und rückt eine individuelle Risikoabschätzung sowie die frühe LDL-C-Zielwerterreichung mittels evidenzbasierter (Kombinations-)Therapien in den Vordergrund aktualisierter Empfehlungen.
In diesem Artikel zum 2025 Fokus Update der ESC-Leitlinie Dyslipidämien erfahren Sie mehr über:
- die zentrale Rolle von LDL-C als kausalem Faktor bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- die aktualisierte Risikoeinschätzung mit SCORE2 und SCORE2-OP
- Empfehlungen für Bempedoinsäure bei Patient:innen,
1. die keine Statine nehmen (können)
2. die ein hohes- oder sehr hohes kardiovaskuläres Risiko haben und die mit maximaler Statin-Dosis +/- Ezetimib ihr Ziel nicht erreichen - das allgemeine Konzept der Kombinationstherapie mit Statinen und nicht-statinhaltigen Lipidsenkern
- die Bedeutung einer frühzeitigen, intensiven LDL-C-Senkung mit Beginn direkt in der stationären Versorgung des akuten Koronarsyndrom (ACS)
- weitere Neuerungen im Rahmen des Fokus Updates der Leitlinien
Kausaler Auslöser statt „nur“ Risikofaktor
Bei der Jahrestagung der European Society of Cardiology (ESC) in Madrid wurde kürzlich die Aktualisierung einer zuletzt 2019 überarbeiteten Leitlinie präsentiert. Wie bereits in der Vorversion etabliert, betont auch das 2025 Focused Update der ESC/EAS-Dyslipidämie-Leitlinie die zentrale Rolle von LDL-C als kausaler Faktor in der Entstehung und Progression atherosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankungen (ASCVD).1,2 Dabei reduziert jedes Absenken des LDL-C-Spiegels das Risiko für kardiovaskuläre Erst- und Folgeereignisse unabhängig vom Ausgangsniveau proportional.1
Neue Risikodefinition und individuelle Therapieziele
Bei der Wahl der Art und Intensität der empfohlenen LDL-C-Senkung sind gemäß Leitlinien-Update das individuelle kardiovaskuläre Risiko sowie die Distanz zum Zielwert entscheidend. Für Patient:innen ohne sonstige Risikofaktoren wie Diabetes mellitus Typ 2 oder vorherige kardiovaskuläre Ereignisse erfolgt die quantitative Risikobewertung im Praxisalltag nun über zwei altersabhängige Scores: SCORE2 (für 40–69 Jahre) und SCORE2-OP (für 70–89 Jahre). Sie ersetzen den bisherigen SCORE-Algorithmus und bilden zusammen mit verschiedenen Risikomodifikatoren die Basis für die Wahl der Therapieintensität.1

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Literatur:
- Mach F et al. Eur Heart J. 2025; ehaf190.
- Ference BA et al. Eur Heart J. 2017; 38:2459–2472.
Bildnachweis: BrasilNut1/iStock-1373261361
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