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Herz-Kreislauf-Erkrankungen –
häufigste Todesursache, hohe Kosten

Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellen in Deutschland mit ca. 40 % aller Sterbefälle die häufigste Todesursache dar. Zudem haben sie eine große wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung.1

Häufigste Todesursache

Wie in den Vorjahren waren Herz-Kreislauf-Erkrankungen im Jahr 2018 mit 36,2 % aller Sterbefälle die häufigste Todesursache in Deutschland. Insgesamt verstarben 157.282 Männer und 187.992 Frauen an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung.2

Zweithäufigste Todesursache waren Krebserkrankungen mit rund 230.000 Menschen bzw. einem Viertel der Todesfälle.2

Die drei häufigsten Todesursachen in Deutschland nach Krankheitsarten

Sterbefälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen insgesamt 20183

Todesursache

Sterbefälle

Anteil in %

Chronisch ischämische Herzkrankheit

76.273

22,1

Akuter Myokardinfarkt

46.207

14,4

Herzinsuffizienz

37.709

10,9

Hypertensive Herzkrankheit

23.301

6,7

Vorhofflimmern/-flattern

21.523

6,2

Hirninfarkt

15.026

4,4

Folgen einer zerebrovaskulären Krankheit

12.551

3,6

Schlaganfall, nicht als Blutung oder Infarkt bezeichnet

12.024

3,5

Nichtrheumatische Aortenklappenkrankheiten

10.563

3,1

Essentielle Hypertonie

9.056

2,6

Sozioökonomische Bedeutung

Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen enorme Kosten. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind für das Gesundheitssystem kostenintensiver als Krankheiten anderer Organsysteme. 2015 verursachten Herz-Kreislauf-Erkrankungen 46,4 Mrd. Kosten.5 In Deutschland sind 10 % der Frühverrentungen auf Herzkreislauf-Erkrankungen bei Erwerbstätigen bis zum 65. Lebensjahr zurückzuführen.4

Was kann eine Reduktion des kardiovaskulären Risikos potenziell bewirken?
 

  • Nach einem Bericht aus Großbritannien könnten 25.000 Fälle kardiovaskulär bedingter Erkrankungen verhindert werden, wenn das Herz-Kreislauf-Risiko um durchschnittlich 1 % durch medikamentöse oder nichtmedikamentöse Maßnahmen gesenkt würde. Durch eine moderate Verringerung der Risikofaktoren wäre eine Halbierung der Mortalität der koronaren Herzkrankheit möglich.6
  • Die Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen birgt auch ein erhebliches Potenzial zur Kosteneinsparung im Gesundheitswesen. Nach Schätzungen des Bundesamtes für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin geht z. B. eine Reduktion des kardiovaskulären Risikos um durchschnittlich 1 % mit einer Kosteneinsparung von jährlich 40 Millionen in Deutschland einher.6
 

Literatur

  1. Robert Koch-Institut. Herz-Kreislauf-Erkrankungen; https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Themen/Chronische_Erkrankungen/HKK/HKK_node.html; abgerufen am 04.06.2020.
  2. Statistisches Bundesamt (Destatis). Todesursachen 2018. https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Todesursachen/_inhalt.html, abgerufen am 04.06.2020.
  3. Statistisches Bundesamt (Destatis). Die 10 häufigsten Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen. https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Todesursachen/Tabellen/sterbefaelle-herz-kreislauf-erkrankungen-insgesamt.html, abgerufen am 15.6.2020
  4. Brendler C et al. Berufsgruppen- und altersabhängige Unterschiede in der Arbeitsunfähigkeit durch häufige Herz-Kreislauf-Erkrankungen am Beispiel der essenziellen Hypertonie und des akuten Myokardinfarktes. Bundesgesundheitsbl 2013;56:381-390.
  5. Statistisches Bundesamt (Destatis). Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen höchste Kosten. https://de.statista.com/infografik/11301/herz-kreislauf-erkrankungen-verursachen-hoechste-kosten/; abgerufen am 04.06.2020
  6. Hambrecht R. et al. Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz-und Kreislaufforschung e.V. (2017) ESC Pocket Guidelines. Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Version 2016. Börm Bruckmeier Verlag GmbH, Grünwald Kurzfassung der "European Guidelines on Cardiovascular Disease Prevention in Clinical Practice" (European Heart Journal 2016;37:2315-2381 – doi:10.1093/eurheartj/ehw106).