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LDL-Zielwerte – je niedriger das LDL-C, desto besser

Die LDL-C-Zielwerte zur Prävention kardiovaskulärer Ereignisse orientieren sich an definierten Risikogruppen. Die Einteilung der Patienten erfolgt anhand von Risikofaktoren, Komorbiditäten, Vorliegen einer familiären Hypercholesterinämie und dem 10-Jahres-Risiko für eine tödliche kardiovaskuläre Erkrankung (SCORE-System). 1

 

Therapieziele nach kardiovaskulärem Risiko

Daten aus aktuellen klinischen Studien zeigen, dass eine aggressive LDL-C-Senkung zu einer deutlichen Verminderung des kardiovaskulären Risikos führt. Eine Untergrenze für LDL-C-Werte gibt es dabei nicht. Vor diesem Hintergrund empfiehlt die aktuelle ESC/EAS-Leitlinie1 bei Patienten mit mittlerem, hohem und sehr hohem Risiko strengere Zielwerte für LDL-Cholesterin im Vergleich zu den 2016 publizierten Empfehlungen.2

 

Risikoadaptierte LDL-C-Zielwerte

  • SCORE-10-Jahresrisiko < 1 % für ein tödliches kardiovaskuläres Ereignis
  • Diabetes mellitus seit < 10 Jahre bei jungen Patienten (Typ 1: Alter < 35 Jahre, Typ 2: Alter < 50 Jahre) ohne weitere Risikofaktoren
  • SCORE-10-Jahresrisiko ≥ 1 bis < 5 % für ein tödliches kardiovaskuläres Ereignis
  • Ein deutlich erhöhter einzelner Risikofaktor (Gesamtcholesterin > 310 mg/dl (> 8 mmol/l), LDL-C > 190 mg/dl (> 4,9 mmol/l), Blutdruck > 180/110 mmHg)
  • Familiäre Hypercholesterinämie ohne andere Hauptrisikofaktoren
  • Diabetes mellitus ohne Organschäden (definiert als Mikroalbuminurie, Retinopathie oder Neuropathie) mit Diabetesdauer ≥ 10 Jahre oder mit zusätzlichem Risikofaktor
  • Mittelschwere chronische Nierenerkrankung (eGFR 30−59 ml/min/1,73 m2)
  • SCORE-10-Jahresrisiko ≥ 5 bis < 10 % für ein tödliches kardiovaskuläres Ereignis
  • Atherosklerotische kardiovaskuläre Erkrankung (ASCVD)
    • klinisch: beinhaltet vorausgegangenes ACS (Myokardinfarkt oder instabile Angina pectoris), stabile Angina pectoris, koronare Revaskularisierung, Schlaganfall und TIA sowie periphere arterielle Erkrankungen
    • Als in der Bildgebung dokumentierte ASCVD gelten Befunde, die sich als prädisponierend für klinische Ereignisse gezeigt haben. Hierzu gehören:   relevante Plaques in der Koronarangiographie oder im CT (koronare Mehrgefäßerkrankung mit zwei zu > 50 % stenosierten epikardialen Hauptarterien) oder Plaques in der Ultraschalluntersuchung der Carotis
  • Diabetes mellitus mit Organschäden (definiert als Mikroalbuminurie, Retinopathie oder Neuropathie) oder ≥ 3 Hauptrisikofaktoren oder Typ-1-Diabetes mit frühem Beginn und Dauer > 20 Jahre
  • Schwere chronische Nierenerkrankung (eGFR < 30 ml/min/1,73 m2)
  • Familiäre Hypercholesterinämie mit ASCVD oder anderem Hauptrisikofaktor
  • SCORE-10-Jahresrisiko ≥ 10 % für ein tödliches kardiovaskuläres Ereignis

Die Empfehlung für Patienten mit sehr hohem und hohem kardiovaskulären Risiko lautet, LDL-C generell um mindestens 50 % gegenüber dem Ausgangswert zu senken sowie bei hohem Risiko auf < 70 mg/dl (< 1,8 mmol/l), bei sehr hohem Risiko auf einen Wert von <  55 mg/dl (< 1,4 mmol/l) und bei einem zweiten kardiovaskulären Ereignis innerhalb von 2 Jahren trotz Sekundärprävention auf < 40 mg/dl (< 1,0 mmol/l).1

Eine frühzeitige Diagnosestellung und aggressive Therapie der Hypercholesterinämie sowie die Einstellung aller anderen Risikofaktoren kann das kardiovaskuläre Risiko der Patienten auf das Niveau der Allgemeinbevölkerung senken3.

Erfahren Sie mehr über die derzeit zur Verfügung stehenden medikamentösen Lipidsenker und den Bedarf an weiteren Optionen der LDL-C-Senkung.

Literatur

  1. Mach F et al. 2019 ESC/EAS Guidelines for the management of dyslipidaemias: lipid modification to reduce cardiovascular risk: The Task Force for the management of dyslipidaemias of the European Society of Cardiology (ESC) and European Atherosclerosis Society (EAS). European heart journal 2019;41:111-188.
  2. Catapano AL et al. 2016 ESC/EAS Guidelines for the Management of Dyslipidaemias. European heart journal 2016;37:2999-3058.
  3. Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie. Erbliche Fettstoffwechselstörung: Hochrisikopatienten früh diagnostizieren und behandeln. Neue europäische Leitlinie setzt auf noch niedrigere LDL-Zielwerte. https://www.endokrinologie.net/pressemitteilung/erbliche-fettstoffwechselstoerung.php.