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Im Fokus – kardiovaskuläre Risikofaktoren

Da Atherosklerose und ihre Folgeerkrankungen häufig lange asymptomatisch verlaufen, ist Früherkennung von hoher Relevanz. Durch präventive Maßnahmen, die auf eine Reduktion des kardiovaskulären Risikos abzielen, kann in der subklinischen Phase das Auftreten einer akuten kardiovaskulären Erkrankung verhindert werden.Versorgungsmedizinischen Untersuchungen zufolge bleiben Risikofaktoren jedoch oft unbemerkt.1

Zahlreiche Risikofaktoren für Atherosklerose und kardiovaskuläre Erkrankungen

Beeinflussbare und nicht beeinflussbare Risikofaktoren spielen für die Pathogenese der Atherosklerose und somit für kardiovaskuläre Erkrankungen eine essentielle Rolle. Familiäre Disposition, Geschlecht und Lebensalter werden den nicht beeinflussbarenRisikofaktoren zugeordnet.1

Die folgenden modifizierbaren Risikofaktoren sind für ca. 80 % aller kardiovaskulären Erkrankungen verantwortlich:

  • Arterielle Hypertonie
  • Hypercholesterinämie/Dyslipidämie
  • Diabetes mellitus
  • Adipositas
  • Tabakrauchen
  • Bewegungsmangel
  • Hyperurikämie
  • Niereninsuffizienz1

Aber auch psychische Erkrankungen, wie Depressionen oder psychosozialer Stress können das kardiovaskuläre Risiko erhöhen.1

Entwicklung kardiovaskulärer Erkrankungen

Erhöhte Cholesterinwerte bzw. eine Hypercholesterinämie stellen einen wesentlichen, modifizierbaren Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen dar. Patienten mit familiärer Hypercholesterinämie zählen sogar bereits ohne Vorliegen weiterer Risikofaktoren zur höchsten Risikokategorie.

 

Trotz des allgemein bekannten Risikos hoher Cholesterinwerte sind diese, im Vergleich zu Menschen, die als Jäger und Sammler lebten oder zu nichtmenschlichen Primaten, erhöht, vor allem in der westlichen Bevölkerung.2

In der deutschen erwachsenen Allgemeinbevölkerung weisen ca. 65 % eine Fettstoffwechselstörung auf (Gesamt-Cholesterin > 190 mg/dl oder ärztliche Diagnose).3

 

Gesamt-Cholesterin3

(Anteil in der Allgemeinbevölkerung*)

> 190 mg/dl

♂ 57 %

♀ 61 %

> 240 mg/dl

♂ 18 %

♀ 20 %

* Erwachsene in Deutschland im Alter von 18-79 Jahren

 

LDL-Cholesterin2

(typische Werte)

Westliche Gesellschaften

100─160 mg/dl

Jäger und Sammler

50–75 mg/dl

Nichtmenschliche Primaten

40–80 mg/dl

 

Die schnelle und exakte Bestimmung des individuellen Risikoprofils ist für die Therapieentscheidung und Therapiewahl zur Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen entscheidend. Zur Bestimmung des Gesamtrisikos wird in Europa insbesondere die Systematic COronary Risk Evaluation (SCORE)-Methode der European Society of Cardiology  herangezogen.4

 

Nähere Einzelheiten zur Bedeutung von LDL-C im Rahmen der Atherogenese und für die Entstehung kardiovaskulärer Erkrankungen


Literatur

  1. Prochaska JH et al. Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Springer Nature 2018; Herz 4387–100.
  2. Wadhera RK et al. A review of low-density lipoprotein cholesterol, treatment strategies, and its impact on cardiovascular disease morbidity and mortality. J Clin Lipidol 2016; 10: 472-489.
  3. Scheidt-Nave C et al. Verbreitung von Fettstoffwechselstörungen bei Erwachsenen in Deutschland: Robert Koch-Institut, Epidemiologie und Gesundheitsberichterstattung, 2013.
  4. Piepoli MF et al. 2016 European Guidelines on Cardiovascular Disease Prevention in Clinical Practice: The Sixth Joint Task Force of the European Society of Cardiology and Other Societies on Cardiovascular Disease Prevention in Clinical Practice (Constituted by Representatives of 10 Societies and by Invited Experts): Developed With the Special Contribution of the European Association for Cardiovascular Prevention & Rehabilitation (EACPR). Eur J Prev Cardiol 2016;23:NP1-NP96.